Die göttliche Liebe – Kapitel 8

Kapitel 8

Entwicklung und Reinkarnation

Wie viele träumen vom Sterben in der Erwartung, dass dieser Augenblick sie zu Mir bringt, damit sie Mich dann ewiglich im Himmel anbeten, ohne zu wissen, dass der Weg unendlich weiter ist, als sie geglaubt haben. Um auch nur eine Stufe der Himmelsleiter, die euch zu Mir führen wird, höherzusteigen, muss man das menschliche Leben in rechter Weise gelebt haben. Die Unwissenheit ist schuld daran, dass viele den Sinngehalt meiner Lehren falsch auffassen. (164, 30)

Ebenso wie ihr den Körper des Menschen sich entwickeln seht, so entfaltet sich in ihm auch die Seele. Doch der Körper stößt auf eine Grenze bei seiner Entwicklung, während die Seele vieler Körper und der Ewigkeit bedarf, um ihre Vollkommenheit zu erreichen. Das ist der Grund für eure Reinkarnation.

Ihr seid gleich einem Samen aus dem väterlichen und mütterlichen Schöpfergeist Gottes lauter, einfach und rein geboren worden. Doch irret euch nicht; denn es ist nicht dasselbe, lauter und einfach zu sein, wie groß und vollkommen zu sein.

Ihr könnt es mit einem Kind vergleichen, das eben geboren worden ist, und einem erfahrenen Menschen, der Kinder unterweist.

Dies wird eure Bestimmung während aller Lebensabschnitte sein, sobald eure Seele entwickelt ist. Aber wie langsam kommt eure Seele voran! (212, 57-60)

Erkennt, dass dieser Entwicklungsweg dazu dient, genügend Verdienste gegenüber Gott zu erwerben, durch die ihr eure Seele von einer unwissenden und unentwickelten Seele in einen großen Lichtgeist zur Rechten des Vaters verwandeln könnt. (231, 12)

Jede Welt, jede Daseinsebene wurde geschaffen, damit die Seele sich auf ihr entwickle und einen Schritt auf ihren Schöpfer zu tue und so, immer weiter auf dem Wege der Vervollkommnung vorankommend, Gelegenheit habe, fleckenlos, rein und wohlgestaltet ans Ziel ihres Reiseweges zu gelangen, auf den Gipfel der seelischen Vollkommenheit, was eben gerade das Wohnen im Reiche Gottes ist.

Jede Seele war, als sie aus Mir ins Leben trat, jungfräulich rein; doch hernach befleckten sich viele auf ihrem Wege. Dennoch — da alles von Mir in weiser, liebevoller und auf Gerechtigkeit bedachter Weise vorausgesehen wurde, ging Ich unverzüglich daran, auf dem Wege, den meine Kinder durchlaufen mussten, alle notwendigen Mittel für ihre Rettung und Erneuerung bereitzustellen.

Auch wenn jene seelische Jungfräulichkeit von vielen Wesen geschändet wurde, wird der Tag kommen, an dem sie sich von all ihren Verfehlungen läutern und dadurch ihre ursprüngliche Reinheit zurückgewinnen. Die Läuterung wird in meinen Augen sehr verdienstvoll sein, denn die Seele wird sie durch große und fortwährende Prüfungen ihres Glaubens, ihrer Liebe, ihrer Treue und ihrer Geduld errungen haben. (313, 21-23)

Denkt daran, dass nur das, was vollkommen ist, zu Mir gelangt. Darum wird eure Seele nur dann in mein Reich eingehen, wenn sie die Vollkommenheit erreicht hat. Ihr seid ohne Erfahrung aus Mir hervorgegangen, doch werdet ihr, mit dem Gewande eurer Verdienste und Tugenden geschmückt, zu Mir zurückkehren müssen. (63, 22)

Jene, die glauben, dass das Dasein sinnlos ist, und die dabei an die Nutzlosigkeit des Kampfes und des Schmerzes denken, wissen nicht, dass das Leben der Meister ist, der formt, und der Schmerz der Meißel, der vervollkommnet. Denkt nicht, dass Ich den Schmerz schuf, um ihn euch in einem Kelche zu reichen — denkt nicht, dass Ich euch zum Fallen veranlasst habe. Der Mensch wurde von sich aus ungehorsam, und darum muss er sich auch durch seine eigene Anstrengung wiederaufrichten. Auch sollt ihr nicht meinen, dass nur der Schmerz euch vervollkommnet; nein, auch durch Liebestätigkeit werdet ihr zu Mir gelangen, denn Ich bin Liebe. (31, 55)

Begreift: Obwohl die Schöpfung dem Anschein nach abgeschlossen ist, entwickelt sich dennoch alles, verwandelt und vervollkommnet sich alles. Kann eure Seele sich etwa diesem göttlichen Gesetz entziehen? Nein, meine Kinder. Niemand kann das letzte Wort über das Geistige, über die Wissenschaft oder über das Leben sagen, denn sie sind meine Werke, die kein Ende haben. (79, 34)

Wie viele Menschen meinen aufgrund des Wissens, das sie erlangt haben, geistige Größe zu besitzen, sind sie für Mich doch nicht mehr als einige auf dem Entwicklungswege stehengebliebene Kinder. Denn sie müssen bedenken, dass es nicht allein die Entfaltung ihres Verstandes ist, wodurch sie die Aufwärtsentwicklung ihrer Seele erreichen können, sondern es muss durch die Entwicklung der Gesamtheit ihres Wesens geschehen, und es gibt viele Fähigkeiten im Menschen, die entwickelt werden müssen, um die Vollendung zu erreichen.

Das ist der Grund dafür, dass Ich — als eines meiner Gesetze der Liebe und Gerechtigkeit — die Reinkarnation der Seele einsetzte, um ihr einen längeren Weg zu gewähren, der ihr alle notwendigen Gelegenheiten bietet, um ihre Vervollkommnung zu erreichen. (156, 28-29)

Während alles unaufhörlich wächst, sich wandelt, sich vervollkommnet und entfaltet — weshalb sollte da eure Seele jahrhundertelang im Stillstand verharren? (305, 6)

Seit Anbeginn der Menschheit gibt es die Reinkarnation der Seele als ein Gesetz der Liebe und Gerechtigkeit und als eine der Formen, in denen der Vater seine unendliche Gnade bewiesen hat.

Die Reinkarnation ist nicht nur eine Sache dieser Zeit, sondern aller Zeiten, und ihr sollt auch nicht meinen, dass Ich euch dies Mysterium erst jetzt offenbart habe. Schon in den frühesten Zeiten existierte im Menschen das intuitive Wissen über die Wiedereinkörperung der Seele. (105, 52)

Nun soll die Welt die Wahrheit über die „Auferstehung des Fleisches“ erfahren, welches die Reinkarnation der Seele ist.

Reinkarnieren bedeutet: zur materiellen Welt zurückkehren, um von neuem als Mensch geboren zu werden; das Auferstehen der Seele in einem menschlichen Körper, um ihre Mission fortzusetzen.

Dies ist die Wahrheit über die „Auferstehung des Fleisches“, von der eure Vorfahren gesprochen haben, wobei sie ebenso verdrehte wie absurde Auslegungen gegeben haben. (290,53-54)

Wie habt ihr glauben können, dass am Tage des Gerichts die Körper der Toten auferstehen und sich mit ihren Seelen vereinen, um in das Reich Gottes einzugehen? Wie könnt ihr das, was euch zu anderen Zeiten gelehrt wurde, in dieser Weise auslegen? Das Fleisch ist von dieser Welt, und in ihr bleibt es, während die Seele sich frei erhebt und zu dem Leben zurückkehrt, von dem sie ausging. „Was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch, und was aus meinem Geist geboren ist, ist Geist.“ Die „Auferstehung des Fleisches“ ist die Wiedereinkörperung der Seele, und wenn manche glauben, dass dies eine menschliche Theorie ist, und andere von euch glauben, dass es eine neue Offenbarung ist — wahrlich, Ich sage euch, Ich habe seit Anbeginn der Menschheit damit begonnen, der Welt diese Offenbarung bekanntzumachen! Den Beweis dafür könnt ihr im Text der Schriften finden, die ein Zeugnis meiner Werke sind. (76, 41-42)

Da die Menschheit die Entwicklung der Wissenschaft miterlebt hat und Entdeckungen gesehen hat, die sie zuvor nicht geglaubt hatte — warum sträubt sie sich dann, an die Entwicklung der Seele zu glauben? Warum versteift sie sich auf etwas, das sie aufhält und träge macht? Wenn ihr, anstatt über euren irdischen Kenntnissen eitel zu werden, euch mein ganzes Werk zu eigen machtet, würde es für euch keine Geheimnisse geben, würdet ihr euch als Geschwister erkennen und einander lieben, wie Ich euch liebe: Güte, Barmherzigkeit und Liebe wären in euch, und deshalb Einheit mit dem Vater. (23; 5, 7)

Immer, wenn der Tod das Dasein eurer Körperhülle beendet, ist dies wie eine Erholungspause für die Seele, die, wenn sie sich wieder inkarniert, mit neuen Kräften und größerem Lichte zurückkehrt und das Studium jener göttlichen Lektion fortsetzt, das sie nicht abgeschlossen hatte. Auf diese Weise reift im Verlauf von Zeitaltern der Weizen, welcher eure Seele ist. (99, 32)

Euer Verstand empfängt nicht die Eindrücke oder Erinnerungsbilder der Vergangenheit eurer Seele, weil der Körper wie ein dichter Schleier ist, der nicht zulässt, in das Leben der Seele einzudringen. Welches Gehirn könnte die Bilder und Eindrücke aufnehmen, die die Seele im Verlauf ihrer Vergangenheit empfangen hat? Welche Intelligenz könnte mit menschlichen Vorstellungen zusammenhängend erfassen, was ihr unbegreiflich ist? (274, 54)

Pilgerweg einer Seele

Wenn mein Gesetz euch Moral, Rechtschaffenheit und Ordnung bei allen Handlungen eures Lebens lehrt — warum sucht ihr dann entgegengesetzte Wege, wodurch ihr euch Schmerzen bereitet? Doch wenn ihr ins Jenseits abscheidet und euren Körper auf der Erde zurücklasst, weint ihr, weil ihr diese Hülle zu sehr geliebt habt. Wenn ihr fühlt, dass euch der Körper nicht mehr gehört und dass ihr auf dem Entwicklungswege fortschreiten müsst, bis ihr zu Mir kommt, sage Ich euch: „Mein Kind, was hast du Mir vorzuweisen? Hast du auf der Erde in Erfüllung meiner Gebote gelebt?“ Ihr jedoch — beschämt und verzagt, weil ihr kein Geschenk der Liebe habt für Den, der euch so sehr liebt und euch so vieles gewährt hat — habt Ketten geschmiedet, die eure Seele niederdrücken, und sie erscheint lichtlos, weint und jammert über sich, weil sie die Gnade verloren hat. Sie hört nur die Stimme des Vaters, die sie ruft. Doch da sie sich nicht entwickelt hat und sich auch nicht wert fühlt, zu Ihm zu kommen, bleibt sie stehen und wartet ab.

Die Zeit vergeht, und die Seele hört wiederum die Stimme, und ganz von ihrem Leid erfüllt fragt sie, wer zu ihr spricht, und diese Stimme sagt ihr: „Erwache! Weißt du nicht, woher du gekommen bist und wohin du gehst?“ Da hebt sie ihre Augen auf, sieht ein unermesslich großes Licht, bei dessen Glanze sie sich armselig vorkommt. Sie erkennt, dass sie, bevor sie zur Erde gesandt worden war, schon existierte, schon vom Vater geliebt war, von dem die Stimme ausging und der nun, da Er sie in dem beklagenswerten Zustand sieht, Leid um sie trägt. Sie erkennt, dass sie zu verschiedenen Heimstätten gesandt worden ist, um den Weg des Kampfes zu durchlaufen und durch ihre Verdienste ihren Lohn zu erlangen. Und das Kind fragt: „Wenn ich, bevor ich zur Erde gesandt wurde, Dein sehr geliebtes Geschöpf gewesen bin — warum bin ich nicht in der Tugend standhaft geblieben und musste fallen, leiden und mich abmühen, um zu Dir zurückzukommen?“ Die Stimme hat ihm geantwortet: „Alle Seelen sind dem Gesetze der Entwicklung unterstellt worden, und auf diesem Weg behütet sie mein Vatergeist immerdar, und Er hat Wohlgefallen an den guten Werken der Kinder. Allerdings habe Ich euch zur Erde gesandt, damit ihr aus ihr einen Kampfplatz der seelischen Vervollkommnung, nicht eine Walstatt des Krieges und des Schmerzes macht. Ich habe euch gesagt, dass ihr euch mehren sollt, dass ihr nicht unfruchtbar sein sollt. Doch wenn ihr ins Geistige Reich zurückkehrt, bringt ihr keine Ernte mit, klagt ihr nur und kommt ohne die Gnade, mit der Ich euch ausgestattet hatte. Deshalb entsende Ich euch noch einmal und sage euch: „Reinigt euch, sucht das, was ihr verloren habt, und erarbeitet euren geistigen Aufstieg.“

Die Seele kehrt zur Erde zurück, sucht einen kleinen und zarten menschlichen Körper, um in ihm zu ruhen und die neue Lebensreise zu beginnen. Sie findet den kleinen Kindeskörper, der ihr zugewiesen ist, und gebraucht ihn, um ihre Verstöße gegen mein Gesetz zu sühnen. Mit Kenntnis der Ursache kommt die Seele zur Erde, sie weiß, dass sie Odem des Vaters ist, und kennt den Auftrag, den sie von Ihm mitbringt.

In den ersten Jahren ist sie unschuldig und bewahrt ihre Reinheit, sie bleibt in Verbindung mit dem Geistigen Leben. Danach beginnt sie die Sünde kennenzulernen, sieht aus der Nähe den Stolz, den Hochmut und die Widersetzlichkeit der Menschen gegenüber den gerechten Gesetzen des Vaters, und das von Natur aus widerspenstige „Fleisch“ beginnt sich mit dem Bösen zu beflecken. In Versuchung zu Fall gekommen, vergisst sie den Auftrag, den sie zur Erde mitbrachte, und schickt sich an, Werke zu tun, die wider das Gesetz sind. Seele und Körper kosten die verbotenen Früchte, und wenn sie dem Verderben anheimgefallen sind, überrascht sie die letzte Stunde.

Wieder befindet sich die Seele im geistigen Lebensraum, ermattet und gebeugt von der Last ihrer Schuld. Da erinnert sie sich an die Stimme, die einst zu ihr sprach und sie noch immer ruft, und nachdem sie viele Tränen vergossen hat, da sie sich verloren fühlt, ohne zu wissen, wer sie ist, erinnert sie sich, dass sie schon einmal an jenem Orte gewesen ist. Der Vater, der sie mit so viel Liebe geschaffen hat, erscheint auf ihrem Wege und sagt zu ihr: „Wer bist du, woher kommst du und wohin gehst du?“ — Das Kind erkennt in jener Stimme das Wort Dessen, der ihm das Sein, die Intelligenz und die Fähigkeiten gab — den Vater, der ihm immer wieder vergibt, es reinigt, es aus der Finsternis wegbringt und zum Lichte führt. Es zittert, denn es weiß, dass es vor dem Richter steht, und sagt: „Vater, mein Ungehorsam und meine Schuld bei Dir sind sehr groß, und ich kann nicht erwarten, in Deinem Reiche zu leben, denn ich habe keine Verdienste. Heute, da ich zum Geistigen Reich zurückgekehrt bin, sehe ich, dass ich nur Schuld angehäuft habe, die ich sühnen muss.“ Doch der liebevolle Vater zeigt ihm ein weiteres Mal den Weg, es kehrt wieder ins Fleisch zuruck und gehört wieder der Menschheit an.

Doch nun macht die schon erfahrene Seele die körperliche Hülle mit größerer Kraft gefügig, um sich durchzusetzen und den göttlichen Geboten zu gehorchen. Der Kampf beginnt; sie bekämpft die Sünden, die den Menschen zu Fall bringen, und will die Gelegenheit nutzen, die ihr für ihre Erlösung gewährt worden ist. Der Mensch kämpft von Anfang bis zum Ende, und wenn die weißen Haare an seinen Schlafen erglänzen und sein früher widerstandsfähiger und starker Körper sich unter der Last der Jahre zu beugen beginnt und die Kräfte verliert, fühlt sich die Seele stark, reifer und erfahrener. Wie groß und abstoßend erscheint ihr die Sünde! Sie wendet sich von ihr ab und gelangt ans Ziel. Nun wartet sie nur noch auf den Augenblick, an dem der Vater sie ruft, denn sie ist zu dem Schluss gekommen, dass das Göttliche Gesetz gerecht und der Wille Gottes vollkommen ist, dass dieser Vater lebt, um seinen Kindern Leben und Heil zu geben.

Als der letzte Tag kam, spürte sie in ihrem Fleische den Tod und fühlte keinen Schmerz. Sie schied still und andächtig. Sie sah sich im Geiste, und als ob sie einen Spiegel vor sich hätte, erblickte sie sich schön und strahlend vor Licht. Da sprach die Stimme zu ihr und sagte ihr: „Kind, wohin gehst du?“ Und sie, die wusste, wer Er war, ging auf den Vater zu, ließ sein Licht in ihr Wesen einströmen und sprach also: „O Schöpfer, o allumfassende Liebe, ich komme zu Dir, um auszuruhen und Dir die Erfüllung zu übergeben.“ (33, 15-16)

* * *

Auf anderen Welten erfreuen sich die Seelen gleichfalls der Willensfreiheit und sündigen und geraten auf Abwege, oder sie bleiben beharrlich im Guten und erreichen es auf diese Weise, sich aufwärts zu entwickeln, so wie ihr es auf der Erde tut. Doch wenn der vorbestimmte Zeitpunkt da ist, kommen jene, die dazu vorgesehen sind, auf dieser Welt zu leben, zu ihr herab, um eine edle Aufgabe zu erfüllen, und andere, um ihrer Sühnepflicht nachzukommen. Aber je nachdem, wie sie diese Erde sehen wollen, wird sie sich den einen als Paradies und den anderen als eine Hölle präsentieren. Wenn diese daher die Barmherzigkeit ihres Vaters begreifen, sehen sie nur noch ein wunderbares Leben, das mit Segnungen und Lebenslehren für den Geist besät ist — einen Weg, der sie dem Gelobten Lande näher bringt. (156, 33)

Niemand lehne sich gegen die Vorstellung auf, in einem anderen Körper auf diesen Planeten zurückkehren zu müssen, und habt auch nicht die Meinung, dass die Reinkarnation eine Strafe für die Seele ist. Alle Seelen, die dazu bestimmt sind, auf der Erde zu leben, haben das Gesetz der Reinkarnation durchschreiten müssen, um ihre Höherentwicklung erreichen zu können und die Aufgabe durchzuführen, die Ich ihnen anvertraut habe.

Nicht nur die wenig entwickelten Seelen müssen erneut inkarnieren, auch die hochstehenden Seelen kommen ein ums andere Mal zurück, bis sie ihr Werk vollendet haben. (122, 25-26)

Ihr alle bewegt euch auf der Stufenleiter geistiger Vervollkommnung; einige haben die Entwicklung erreicht, die ihr derzeit noch nicht fassen könnt, andere kommen nach euch.

Die großen Seelen, groß durch ihren Kampf, durch ihre Liebe, durch ihre Anstrengung, suchen die Harmonie mit ihren kleinen Geschwistern, mit den fernstehenden, den unachtsamen; ihre Aufgaben sind edel und hoch, ihre Liebe zu meiner Göttlichkeit und zu euch ist ebenfalls sehr groß.

Diese Seelen wissen, dass sie für die Tätigkeit, für die Höherentwicklung geschaffen wurden; sie wissen, dass es für die Kinder Gottes keine Untätigkeit gibt. In der Schöpfung ist alles Leben, Bewegung, Gleichgewicht, Harmonie; und daher arbeiten diese unzähligen Wesen, strengen sich an und freuen sich in ihrem Kampf, in der Erkenntnis, dass sie auf diese Weise ihren Herrn verherrlichen und dem Fortschritt und der Vervollkommnung ihrer Nächsten dienen.

Ihr müsst wissen, dass jene Seelen in ihrer Liebe und Achtung vor den Gesetzen des Schöpfers niemals nehmen, was ihnen nicht zusteht, noch das Verbotene anrühren oder dort eindringen, wo sie wissen, dass sie es nicht dürfen, um nicht die Grundbestandteile der Schöpfung in Disharmonie zu bringen. (20; 28-30, 32)

Wenn euch eure Vergeistigung erlaubt, die Gegenwart jener eurer Geschwister zu fühlen und wahrzunehmen, welche unsichtbar, ohne irgendeine Zurschaustellung, zugunsten eures Wohlergehens und eures Fortschritts wirken, dann werdet ihr es bedauern, sie genötigt zu haben, sich um eurer Sünden willen so sehr abzuplagen und auch zu leiden. Doch wenn diese Einsicht in euch aufsteigt, dann nur, weil es in eurem Verstande bereits licht wurde. Dann wird Mitgefühl, Dankbarkeit und Verständnis fur sie erwachen.

Ihr habt so viele Geschwister und so viele Freunde im Geistigen Reich, die ihr nicht kennt. (334; 73, 75)

Wann wird der Mensch sich aufnahmefähig zu machen verstehen, um den weisen Rat der Geistigen Welt zu hören und sich auf diese Weise von deren Eingebungen leiten zu lassen? (20, 34)

Kommentare sind geschlossen.