Die göttliche Liebe – Kapitel 11

Kapitel 11

Entfaltung geistiger Gaben und guter Eigenschaften

So wie zu allen Zeiten das Leben des Menschen in Epochen oder Zeitalter unterteilt wurde und jedes derselben sich durch etwas ausgezeichnet hat — sei es durch seine Entdeckungen, durch die göttlichen Offenbarungen, die es empfangen hat, durch seine Entfaltung im Sinne des Schönen, was der Mensch „Kunst“ nennt, oder durch seine Wissenschaft — so wird die nun beginnende Zeit, das Zeitalter, das bereits wie eine neue Morgenröte hervorbricht, durch die Entfaltung der Geistesgaben gekennzeichnet sein — jener Seite eures Wesens, die ihr hättet pflegen sollen, um euch so viele Übel zu ersparen, was ihr jedoch immer auf später verschoben habt.

Glaubt ihr nicht, dass das menschliche Leben sich völlig wandeln kann, wenn es Spiritualität entwickelt, die Geistesgaben entfaltet und das Gesetz in Kraft setzt, welches auf dieser Welt vom Gewissen diktiert wird? (135, 53-54)

Dies ist die Epoche, von der Ich schon seit langer Zeit gewünscht habe, dass sie im Herzen des Menschen lebt, und die fortwährend von ihm selbst bekämpft und zerstört wurde — eine Zeit, deren Helligkeit von allen gesehen wird und unter deren Licht sich alle Kinder des Herrn vereinen: nicht zu einer Religionsgemeinschaft von Menschen, die die einen aufnimmt und die anderen abweist, die ihre eigene Wahrheit ausposaunt und sie anderen abspricht, die unwürdige Waffen gebraucht, um sich durchzusetzen, oder welche Finsternis statt Licht gibt. (135, 59)

Dies ist die „Dritte Zeit“, in der die Seele des Menschen sich von den Ketten des Materialismus befreien muss. Dies wird der Kampf der Weltanschauungen mit sich bringen, der heftiger sein wird, als ihn die Geschichte der Menschheit kennt. (295, 64)

Schafft den Schmerz ab! Das von Mir erschaffene Leben ist nicht schmerzerfüllt. Das Leid entspringt dem Ungehorsam und den Verfehlungen der Kinder Gottes. Der Schmerz ist charakteristisch für das Leben, das die Menschen in ihrer Zügellosigkeit geschaffen haben. (134, 57)

In Wahrheit sagt euch der Meister: Ich habe für jede Seele ein Reich des Friedens und der Vollkommenheit vorbereitet. Doch diesem Reich, das Ich bereitet habe, stellt sich ein anderes Reich entgegen: die Welt. Während man mein Reich durch Demut, Liebe und Tugend erringt, erfordert die Inbesitznahme des anderen Reiches Hochmut, Ehrgeiz, Stolz, Habgier, Egoismus und Bosheit. (327, 3)

Die Seele, die zu „wachen“ versteht, weicht niemals von der Bahn ab, die ihr Herr ihr vorgezeichnet hat, und ist fähig, ihr Erbe und ihre Begabung zur Anwendung zu bringen, bis sie ihre Entwicklung erreicht hat. Dieser Mensch wird seine Prüfungen bestehen, weil er wachsam lebt und sich niemals vom Körper beherrschen lässt. Wer wacht und betet, wird immer siegreich aus den Lebenskrisen hervorgehen und wird festen Schrittes auf dem Weg des Lebens gehen. (278, 2)

Wenn ihr demütig seid, werdet ihr groß sein. Größe ist nicht im Hochmut und in der Eitelkeit, wie viele glauben. „Seid von Herzen sanft und demütig“, habe Ich euch zu allen Zeiten gesagt. Erkennt Mich als Vater und liebt Mich, sucht für eure Korperhülle keinen Thron noch einen Namen, der euch vor den anderen auszeichnet. Seid einfach ein Mensch unter anderen Menschen und habt guten Willen in euch. (47, 54)

Werdet nicht schwach im Glauben, noch in der Hoffnung. Habt immer vor Augen, dass das Ende dieser Lebensreise kommen wird. Vergesst nicht, dass euer Ursprung in Mir war und dass das Endziel gleichfalls in Mir sein wird, und dies Ziel ist die Ewigkeit, denn es gibt keinen Tod der Seele.

Sorgt dafür, dass der Geist immer vorwärts schreitet, damit ihr nie und nimmer aufhört, euch zu vervollkommnen. (95; 4, 6)

Groß ist eure Bestimmung! Lasst euch jedoch nicht von schlimmen Vorzeichen beherrschen, sondern seid vielmehr von Mut und Hoffnung erfüllt bei dem Gedanken, dass die Tage der Bitternis, die näherrücken, für das Erwachen und die Läuterung der Menschen notwendig sind, ohne die ihr den siegreichen Einzug der Zeit der Vergeistigung nicht erleben könntet. (292, 45)

Vergeistigung bedeutet Veredlung der Gefühle, Reinheit im Leben, Glaube, Nächstenliebe, Nächstenhilfe, Demut vor Gott und tiefe Achtung vor den empfangenen Gaben. Wenn ihr etwas von diesen Tugenden erreichen könnt, beginnt ihr mit eurem geistigen Blick in die Heimstatt der Liebe und der Vollkommenheit vorzudringen. Ebenso könnt ihr, wenn ihr Vergeistigung erlangt, schon auf Erden sagen, dass ihr in der Geistigen Heimat lebt, auch wenn es nur in den Augenblicken eures Gebets ist. Zugleich werdet ihr das Licht empfangen, das euch Geschehnisse offenbart, die in der Zukunft liegen, da für die sich emporschwingende Seele das Kommende kein Geheimnis mehr ist. (160, 6)

Die Intuition, welche geistiges Schauen, Ahnungsvermögen und Prophetie ist, erhellt den Verstand und lässt das Herz für die Botschaften und Stimmen, die es aus der Unendlichkeit empfangt, höher schlagen. (136, 46)

Wie viele Geheimnisse gibt es noch für den Menschen. Er ist von unsichtbaren und unfühlbaren Wesen umgeben, die für ihn bereits sichtbar und fühlbar sein sollten. Ein Leben voller Schönheiten und Offenbarungen pulsiert über dem Dasein der Menschen, doch diese in ihrer Blindheit sind noch nicht imstande, es zu schauen. (164, 56-57)

Seht, wie alles, was euch umgibt, den Auftrag erfüllt, zu geben. Die Elemente, die Sterne, die Wesen, die Pflanzen, die Blumen und die Vögel — alles, vom Größten bis zum nicht mehr Wahrnehmbaren hat die Fähigkeit und die Bestimmung zu geben. Warum macht ihr eine Ausnahme, obwohl ihr am meisten mit der göttlichen Gnade zu lieben ausgestattet seid?

Wie sehr müsst ihr noch an Weisheit, an Liebe, an Tugend und Können zunehmen, damit ihr Licht seid auf dem Wege eurer jüngeren Geschwister! Welch hohe und schöne Bestimmung hat euch euer Vater zugedacht! (262, 51-52)

Einem jeden ist eine Anzahl von Seelen zugeteilt, die er führen oder pflegen soll, und diese Aufgabe ist mit dem körperlichen Tode nicht zu Ende. Die Seele sät, kultiviert und erntet weiterhin, in der Geistigen Welt ebenso wie auf der Erde. Die größeren Seelen führen die kleineren, und diese ihrerseits andere mit noch geringerem Entwicklungsgrad, während der Herr es ist, der sie alle zu seiner Hürde leitet.

Wenn Ich euch jetzt gesagt habe, dass die größeren Seelen die kleineren führen, so will Ich damit nicht sagen, dass diese Seelen von Anbeginn an groß gewesen sind und dass die letzteren immer klein gegenüber ihren Geschwistern sein müssen. Diejenigen, die jetzt gros sind, sind dies, weil sie sich aufwärts entwickelt und entfaltet haben in der Erfüllung der edlen Aufgabe, jene zu lieben, ihnen zu dienen und beizustehen, die diesen seelischen Entwicklungsgrad noch nicht erreicht haben, die noch schwach sind — jene, die sich verirrt haben, und jene, die leiden.

Die heute noch klein sind, werden morgen groß sein aufgrund ihrer Beharrlichkeit auf dem Entwicklungswege. (131, 19-21)

Wenn ihr materiell arm seid und aus diesem Grunde euren Nächsten nicht helfen könnt, so grämt euch nicht. Betet, und Ich werde bewirken, dass dort, wo es nichts gibt, Licht erstrahlt und Friede wird. Die wahre Nächstenliebe, aus der das Mitgefühl geboren wird, ist die beste Gabe, die ihr den Bedürftigen zuteil werden lassen könnt. Wenn ihr beim Geben eines Geldstücks, eines Brotes oder eines Glases Wasser nicht das Gefühl von Liebe zu eurem Mitmenschen habt — wahrlich, Ich sage euch, dann habt ihr nichts gegeben, dann wäre es besser für euch, euch nicht von dem zu trennen, was ihr gebt. (306, 32)

Ich habe euch gesagt, dass, wenn ihr ein Glas Wasser mit wahrer Liebe geben werdet, dies nicht unbelohnt bleiben wird. (4, 80)

Ich sage euch: Gesegnet seien jene meiner Arbeiter, die in ihrem Herzen das Leid derer mitzufühlen vermögen, die ihre Freiheit oder Gesundheit eingebüßt haben, und die diese besuchen und trösten. Denn eines Tages werden sie einander wieder begegnen — sei es in diesem oder einem anderen Leben –, und ihr wisst nicht, ob diese dann nicht mehr Gesundheit, größere Freiheit und mehr Licht haben als jene, die ihnen die Botschaft der Liebe in ein Gefängnis oder ein Krankenhaus brachten. Dann werden sie sich in ihrer Dankbarkeit erkenntlich zeigen und jenem die Hand entgegenstrecken, der sie ihnen zu einer anderen Zeit reichte.

Jener Augenblick, da ihr ihrem Herzen mein Wort nahebrachtet, jener Moment, in welchem eure Hand über ihre Stirne strich und ihr sie an Mich denken und Mich fühlen ließet, wird niemals aus ihrer Seele getilgt werden, so wenig wie in ihrem Verstande euer Gesicht und eure brüderliche Stimme in Vergessenheit geraten werden, weshalb sie euch überall erkennen werden, wo ihr euch auch befindet. (149, 54-55)

Durch die Barmherzigkeit gegenüber euren Mitmenschen werdet ihr eure Seele läutern und auf diese Weise alte Schulden begleichen. Ihr werdet euer menschliches Leben veredeln und euer geistiges Leben erhöhen. (308, 56)

Der wahre Heilbalsam, Volk — jener, der alle Krankheiten heilt — entspringt der Liebe.

Liebt mit dem Geiste, liebt mit dem Herzen und mit dem Verstande, dann werdet ihr genügend Macht haben, um nicht nur die Krankheiten des Körpers zu heilen oder in den kleinen menschlichen Nöten zu trösten, sondern um die geistigen Geheimnisse zu klären, die großen Ängste der Seele, ihre Verstörungen und Gewissensbisse.

Jener Balsam löst die großen Prüfungen, entzündet das Licht, lindert die Qual, zerschmilzt die Ketten, die einschnüren. (296, -62)

Welche Verdienste kann ein Kranker erwerben, der zu jeder Anstrengung unfähig ist? Seine Verdienste können vielfältig und groß sein, wenn er sich mit Geduld und Ergebung zu wappnen versteht, wenn er gegenüber dem göttlichen Willen demütig ist und Mich trotz seines Schmerzes zu segnen vermag. Denn sein Beispiel wird viele Herzen erleuchten, die im Finsteren wohnen, die verzweifeln und sich dem Laster ergeben oder an den Tod denken, wenn sie eine Prüfung trifft. Wenn diese Menschen auf ihrem Wege einem Beispiel von Glauben, von Demut und Hoffnung begegnen, das einem Herzen entspringt, das ebenfalls viel leidet, weil es ein sehr schweres Kreuz trägt, so werden sie spüren, dass ihr Herz von einem Lichtstrahl berührt worden ist. (132, 38)

Segnen bedeutet sättigen. Segnen ist, das Gute zu fühlen, es zu sagen und weiterzugeben. Segnen heißt, alles, was euch umgibt, mit Gedanken der Liebe zu durchtränken. (14, 60)

Seht nicht Feinde, sondern Brüder in allen, die euch umgeben. Verlangt für niemanden Bestrafung; seid nachsichtig, damit ihr ein Beispiel von Vergebung gebt und keine Gewissensbisse in eurem Geiste entstehen. Verschließt eure Lippen und lasst Mich eure Sache richten. (33,58)

Die Vergebung, die der Liebe entspringt, lehrt allein meine Lehre, und sie besitzt eine machtvolle Kraft, um das Böse in Gutes zu verwandeln, den Sünder zu einem tugendhaften Menschen zu bekehren und umzuwandeln.

Lernt zu vergeben, und ihr werdet auf eurer Welt den Beginn des Friedens haben. Wenn es tausendmal nötig wäre, zu vergeben, sollt ihr es tausendmal tun. Seid ihr euch nicht bewusst, dass eine Versöhnung zur rechten Zeit euch erspart, einen Leidenskelch zu trinken? (238, 13-14)

Solange ihr Menschen seid, erinnert euch an Mich an jenem Kreuz, wie Ich meinen Henkern vergab, sie segnete und heilte, damit ihr während eures ganzen schweren Lebensweges gleichfalls jene segnet, die euch Unrecht tun, und ihr denen alles nur mögliche Gute tut, die euch Böses angetan haben. Wer so handelt, ist mein Jünger, und wahrlich, Ich sage ihm, dass sein Schmerz immer nur kurz sein wird, denn Ich werde ihn in den Augenblicken seiner Prüfung meine Kraft fühlen lassen. (263, 56)

Vergebt einander, und ihr werdet dabei Erleichterung für euch selbst und für den finden, der euch Unrecht getan hat. Tragt nicht die Last des Hasses oder des Grolls in eurer Seele; seid reinen Herzens, und ihr habt das Geheimnis des Friedens entdeckt und werdet als Apostel meiner Wahrheit leben. (243, 63)

Wahrlich, Ich sage euch, im selben Augenblick, da ihr dem vergebt, der euch beleidigt hat, werdet ihr meinen Frieden voll fühlen; denn in diesem Augenblicke wird sich euer Geist mit dem meinen vereint haben, und Ich werde meinen Mantel ausbreiten, um euch zu vergeben und euch beide in meine Liebe zu hüllen. (312, 51)

Oft werde Ich von jemandem gefragt: „Meister, so Du unsere Verfehlungen vergibst — warum lässt Du dann zu, dass wir sie mit Schmerzen sühnen?“ Darauf sage Ich euch: Ich vergebe euch, aber es ist notwendig, jene Verstöße wiedergutzumachen, damit ihr eurer Seele die Reinheit zurückgebt. (64, 14)

Wenn Ich häufig zulasse, dass ihr den gleichen Kelch trinkt, den ihr euren Mitmenschen gegeben habt, geschieht es, weil manche nur so das Böse begreifen, das sie verursachten; und indem sie durch die gleiche Prüfung gehen, die sie andere durchmachen ließen, werden sie den Schmerz kennen lernen, den sie fühlen ließen. Dies wird ihre Seele erleuchten und wird das Verstehen, die Reue und folglich die Erfüllung meines Gesetzes zur Folge haben.

Aber wenn ihr vermeiden wollt, durch Leiden zu gehen oder den Kelch der Bitternis zu trinken, so könnt ihr das erreichen, indem ihr eure Schuld durch Reue, durch gute Werke, durch all das begleicht, was euch euer Gewissen zu tun heißt. So werdet ihr eine Liebesschuld begleichen, werdet eine Ehre, ein Leben oder den Frieden, die Gesundheit, die Freude oder das Brot zurückgeben, das ihr euren Mitmenschen irgendeinmal geraubt habt. (16, 53-54)

Betet für die verwirrten Seelen, für die Erdgebundenen, für jene, die im Innern der Erde sich noch nicht von ihren Köpern zu lösen vermögen, für jene, die wegen der unverständigen Trauer, die man um ihretwillen auf der Erde beibehält, leiden und weinen. Vergebt auch denen und richtet jene nicht mehr, die in eure Herzen Böses gesät haben. Wenn eure Augen sie schauen könnten, wie sie kniefällig bittend eure Vergebung erflehen, wärt ihr nicht so ungerecht zu ihnen. Helft ihnen, sich in die Unendlichkeit empor zu schwingen, erhebt sie durch euer liebevolles Gedenken, begreift, dass sie nicht mehr zu dieser Welt gehören. (107, 15)

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